Setzten noch einen Handschlag drauf: VfL-Vorstandsmitglied Jens Todt (l.) und Thomas Breimann haben soeben den Kooperationsvertrag unterzeichnet. Mit dabei: Bochums Jugendleiter Alexander Richter (M.). Foto: Paternoga Setzten noch einen Handschlag drauf: VfL-Vorstandsmitglied Jens Todt (l.) und Thomas Breimann haben soeben den Kooperationsvertrag unterzeichnet. Mit dabei: Bochums Jugendleiter Alexander Richter (M.). Foto: Paternoga

Fußball

VfL Bochum und der VfB Waltrop kooperieren

 

Von Michael Paternoga am 12. September 2011 13:18

 

WALTROP. Der VfL Bochum hat einen neuen Kooperationspartner. Bisher arbeitete die Nachwuchsabteilung des Zweitligisten mit der ESG Essen und dem SC Weitmar 45 zusammen. Ab sofort sitzt auch der VfB Waltrop mit im Boot.

 

Eine entsprechende Vereinbarung wurde am vergangenen Samstag bei der offiziellen Vorstellung der Jugendmannschaften unterschrieben. Im Hirschkamp-Stadion setzte Jugendleiter Thomas Breimann seine Unterschrift neben die von Jens Todt. Der ehemalige Fußball-Profi des SC Freiburg, VfB Stuttgart und Werder Bremen ist Vorstandsmitglied in Bochum. „Beide Seiten sollen von der Kooperation profitieren“, betonte der Europameister von 1996, der von Alexander Richter begleitet wurde.
Richter ist beim VfL Leiter der Nachwuchsabteilung und hatte am Samstag eine kurze Anreise. Der Diplomsportlehrer kommt zwar gebürtig aus Bochum, wohnt inzwischen aber in Datteln. Und Richter kam nicht mit leeren Händen, sondern mit einigen Freigaben. Spieler, die vielleicht aktuell den Sprung in die Startelf der Bochumer nicht schaffen, sollen sich zukünftig in Waltrop weiter entwickeln und gefördert werden, um vielleicht später noch einmal beim VfL eine Chance zu bekommen. Aktuell sind das zum Beispiel Semih Senses, Johannes Engel oder Marco Kampmann, die in der C- und B-Jugend zum Einsatz kommen sollen. Aber auch den umgekehrten Fall soll es geben. Regelmäßig sollen Waltroper am Sichtungstraining des Zweitligisten teilnehmen, um sich zu präsentieren.
Für Breimann ist die Kooperation mit Bochum ein positives Zeichen. Denn der VfL ist auf die Waltroper zugekommen. „Wir sind bisher von Bochumer Seite immer fair behandelt worden, wurden stets informiert, wenn es um das Interesse an einzelnen Spieler oder ein Probetraining ging. Das ist längst nicht bei jedem Verein so“, freut sich der Jugendleiter über das gute Verhältnis, das in Zukunft noch ausgebaut werden soll. So liegt bereits die erste Einladung auf dem Tisch. Trainer des VfB nehmen beim Zweitligisten an Schulungen teil. Ein Austausch, der in Zukunft regelmäßig stattfinden soll. „Natürlich soll man sich auch gegenseitig über Talente informieren“, verrät Richter. Der ehemalige Stützpunktkoordinator in Westfalen ist ein alter Hase im Nachwuchsgeschäft. Schon vor mehr als 20 Jahren war Richter als C-Jugendtrainer bei Westfalia Herne tätig.
Der A-Jugendtrainer am Schloss Strünkede hieß damals übrigens Martin Backwinkler. Jetzt werden sich beide vielleicht wieder öfter über den Weg laufen. Einlaufen ins Rewirpower-Stadion werden dagegen wohl in Zukunft mit den Profis auch einige Jugendspieler des VfB. „Noch lieber wäre es mir allerdings, wenn die Kinder mit einem Spieler aus Waltrop einlaufen würden“, hat Richter bereits Zukunftsvisionen. Das würde Breimann wohl genauso schnell unterschreiben wie die Kooperationsvereinbarung.

Der VfB Waltrop gibt weiter ordentlich Gas bei seinem Vorhaben, künftig die unumstrittene Nummer Eins im Nachwuchsbereich im Kreis Recklinghausen zu werden. Der VfB Waltrop gibt weiter ordentlich Gas bei seinem Vorhaben, künftig die unumstrittene Nummer Eins im Nachwuchsbereich im Kreis Recklinghausen zu werden.

VfB Waltrop

Kooperation mit dem VfL Bochum

 

Nach dem Aufstieg der U19 Junioren in die Landesliga kann der Verein aus dem Vest bei seinen nächsten Entwicklungsschritten künftig auf professionelle Unterstützung setzen. Denn der VfL Bochum hat mit dem VfB, der auch die B-Jugend in der Landesliga platziert hat, eine Kooperationsvereinbarung getroffen.

Vertrauensbeweis für die gute Arbeit

Der VfL Bochum baut mit dem Vertrag die Zusammenarbeit mit Vereinen aus der Region weiter aus. Denn der VfB Waltrop ist bereits der vierte Kooperationspartner des VfL. Neben den Waltropern arbeitet der Zweitligist bereits mit der TSG Sprockhövel, dem SC Weitmar 45 und der Essener Sport-Gemeinschaft 99/06 im Jugendbereich intensiv zusammen. Ein weiterer Partner aus dem Raum Dortmund soll noch hinzukommen.

„Die Vereinbarung ist Teil des Strategiekonzeptes des VfL Bochum und wird uns bei der Weiterentwicklung des Vereins helfen“, ist sich Thomas Breimann sicher. Breimann ist Jugendleiter beim VfB und freut sich besonders, dass der VfL Bochum auf die Blau-Weißen aus der Wohnstadt im Grünen zugekommen ist. Er sieht die Kooperation auch als Vertrauensbeweis in die gute Arbeit, die der VfB mit seinen Nachwuchsteams seit Jahren im Kreis Recklinghausen leistet. „Bereits unter Jürgen Heipertz, der auch mal Trainer bei uns war, haben wir eng mit dem VfL Bochum zusammengearbeitet. VfL-Scout Uwe Hand ist regelmäßiger Gast im Hirschkamp-Stadion“, zählt Breimann auf.

"Längst nicht bei jedem Verein so"

Heipertz Nachfolger Alexander Richter zurrte den Austausch nun fest. Zusammen mit Vorstandsmitglied Jens Todt besuchte Bochums Jugendleiter den Landesligisten im Rahmen seiner Saisoneröffnung und setzte die Unterschriften unter den Vertrag. „Wir haben mit dem VfL Bochum immer die besten Erfahrungen gemacht. Der VfL hat sich uns gegenüber stets fair verhalten, wenn es um das Interesse an Spielern oder die Anfrage für ein Probetraining ging. Das ist längst nicht bei jedem Verein so“, lobt Breimann den neuen Partner.

Künftig soll es zwischen beiden Vereinen zudem einen regen Spieleraustausch in beide Richtungen geben. „Der VfL Bochum wird uns talentierte Spieler, die aktuell den Sprung in die ersten Mannschaften beim VfL noch nicht geschafft haben und aus unserer Region kommen, überlassen, damit diese auf recht hohem Niveau Spielpraxis erhalten“, erklärt Breimann.

"Beide Seiten sollen profitiere"

Für die angelaufene Saison hat der VfL dem VfB für seine U15- und U17-Mannschaften bereits vier Spieler freigestellt. „Diese Jungs sind beim VfL ja nicht vergessen“, betont Breimann. Zwischen beiden Vereinen soll es einen ständigen Austausch über die Entwicklungen dieser Jugendlichen geben. „Zudem werden Spieler, die den Bochumern bei Scoutingmaßnahmen positiv aufgefallen sind, auch an uns weitervermittelt“, zählt Breimann weitere Vorteile auf.

Aber auch umgekehrt steht talentierten Spielern des VfB Waltrop der Weg für ein Sichtungstraining beim VfL Bochum ohne großen Aufwand jederzeit offen. „Das kann ruhig auch über mehrere Wochen gehen“, nickt Breimann. „Beide Seiten sollen von der Kooperation profitieren“ , betont Todt. Ziel des Zweitligisten ist es, dass irgendwann mal ein Spieler des VfB Waltrop im revierpowerSTADION als Profi des VfL Bochum aufläuft. „Das wäre natürlich die Krönung. Aber wir alle wissen, dass man so etwas nicht planen kann“, sagt Breimann.

Doch das sind Zukunftsvisionen. Die Vereinbarung ist zunächst bis zum Ende der Saison 2012/2013 befristet und verlängert sich automatisch um jeweils ein Jahr, wenn sie nicht von einer Seite gekündigt wird.

Stefan Bunse